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Ausbildung zum Fachübungsleiter

Am 05.06.99 begann die Ausbildung mit dem fachübergreifenden Teil des Hamburger Sportbundes. 19 Ju-Jutsukas aus unterschiedlichen Vereinen Hamburgs saßen plötzlich in einem Seminarraum des HSB und beäugten sich interessiert und abwartend. Dann ging es los - Kennlern - Spiele - ach nö, muß das sein? Ja es muß! Immer wieder neue kleine Gruppen bilden und unterschiedliche Aufgaben lösen. Die Stimmung lockert sich, da kann man sich noch so gegen wehren.

Und schon ging es in die Sporthalle. Namen rufen, Ball werfen, Ball fangen - OK, solange ich meinen Namen rufen muß, geht´s ja noch - WAS, jetzt soll ich den Namen des anderen rufen? Man, wie heißt die mir gegenüber denn noch? Jaja nicht drängeln, ich werfe ja schon. Phu, geschafft, jetzt erst mal Namen merken. He, was soll der Ball den schon wieder bei mir? Doch nicht so schnell...

Aber es wurde besser, langsam behielt ich die Namen und der Streß baute sich ab. Gute Laune und Spaß macht sich breit - hui, gut, vielleicht läßt sich das ja doch ein halbes Jahr in dieser Gruppe aushalten...

In dem fachübergreifenden Teil der Ausbildung wurden uns Themen wie "Sport und Umwelt", "Rechtsgrundlagen", "Sportverwaltung", "Biomechanik" und "Lehren und Lernen im Sport" nähergebracht. Das meiste davon war notwendig und interessant, einiges war leider nur notwendig.

Am letzten Tag wurde dann auch gleich anschließend die Klausur geschrieben, die unsere ganze Gruppe auch ohne größere Probleme hinter sich brachte.

Erstes Etappenziel erreicht! Aber diese Etappe war mit 28 Unterrichtseinheiten recht kurz, die eigentliche Arbeit lag noch vor uns.

Tolle Becher ;-)

Etappe 2 - mindestens 92 UE Fachteil:

Der HJJV bot 120 UE's für den Fachteil an, von denen jeder mindestens an 92 UE's teilnehmen mußte. Aufgeteilt wurden die UE's auf 4 Wochenenden (Fr - So) zu 25 UE's und ein Wochenende (Sa - So) zu 20 UE's.

Hier wurden natürlich viele Ju-Jutsu - spezifische Themen wie "Grundprinzipien der Budosportarten", "Planung und Durchführung einer UE" und "Einsatz von Hilfsmittel" behandelt, aber auch andere wichtige Themen wie "Notwehr / Nothilfe", "Rhetorik", "Lampenfieber" und "Streß" waren dabei. Außerdem gab jeder Teilnehmer als Vorübung zur Prüfung eine Lehrprobe.

Der Lehrgang wurde von Michael Richter organisiert und er führte auch die meisten Unterrichtseinheiten selber aus. Als Gastreferent für "Erste Hilfe", "Sportmotorische Fähigkeiten" und "JJ 2000" war Thomas Werner mit dabei.

Am 4. und 5. Dezember waren dann die abschließenden theoretischen und praktischen Prüfungen. Die allseits erwartete Frage zum Thema Streß blieb aus, wahrscheinlich hat Michael gedacht, das wir den am eigenen Leib grade genug erleben. Dafür kamen Fragen zur Organisationsform im Ju-Jutsu (was ist denn das?), Kleine Spiele, JJ2000 und vieles mehr.

Die praktische Prüfung wurde zum ersten Mal in zwei Teile gespalten. Ein Lehrprobe zu einem Pflichtthema, welches jedem Teilnehmer zugelost wurde (ca. 8 Wochen vor der Prüfung), und eine Lehrprobe zu einem freien Thema. Zu jeder Lehrprobe war eine schriftliche Ausarbeitung abzugeben. Die Pflichtthemen waren durchweg Hebel oder Würfe aus dem alten Prüfungsprogramm, aber die freien Themen deckten einen sehr großen Bereich ab. Handabwehr, Fußtechniken, Atemiarbeit an Pratzen, Haltetechniken am Boden, Einführungen in Duo und Fighting, Anis, realistische Selbstverteidigung auf der Straße und nicht zu vergessen, Henry's progressive Muskelentspannung bei Wellenrauschen und Kerzenschein (um nur einige zu nennen).

Zweites Etappenziel erreicht ! Alle haben bestanden.

Nun war eine Verschnaufpause in Aussicht, der ein oder andere hatte in den nächsten zwei Wochen noch Verbands- oder Danprüfung, aber dann ist Weihnachten und alles wird gut !!

Die dritte Etappe, Verleihung der Fachübungsleiter - Lizenz, steht noch aus.

Da werden wir uns noch mal alle wiedersehen, bevor wir uns dann wieder in die Heimatgefilde unseres Vereins verkrümeln. Aber ich hoffe, daß man sich nicht gänzlich aus den Augen verliert, denn wir haben uns zusammengerauft und neben der vielen Arbeit auch viel Spaß zusammen gehabt. Oder etwa nicht?

Sandra